Montag, Dezember 24, 2012

Frohe Weihnachten ... doch noch.


Es trat ein, was zu erwarten war. Am 21.12.2012 ging die Welt nicht unter. Ob stattdessen irgendwelche anderen weltbewegenden Ereignisse stattgefunden haben, bleibt abzuwarten. Die Boulevardnachrichten beliebter Mail-Anbieter wiesen lediglich, wie an jedem anderen Tage auch, darauf hin, dass die eine oder andere Prominente aus den USA knapp bekleidet in der Öffentlichkeit gesehen wurde oder eine Modesünde beging.

Um bei 2012 zu bleiben. Als Rollenspieler begegnete ich der Maya-Geschichte zuerst bei dem Cyberpunk-Rollenspiel Shadowrun. Die seltsame Deutung des Maya-Kalenders wird darin zur Setting-Beschreibung einer fiktiven alternativen Erdgeschichte verwendet. Mit dem 21.12.2012 endet darin allerdings nicht die Welt, sondern eine Veränderung tritt ein: die Welt erwacht. Die Magie kehrt zurück und mit ihr entsteht ein seltsamer Mix aus dem jüngsten Science-Fiction Genre (Cyberpunk) und Zwerg-Ork-Elfen-Fantasy.

Mir gefiel diese Mischung zuerst nicht und der Maya-Kalender interessierte mich ebensowenig. Ich finde es allerdings interessant, dass dieses 2012-Mem seit zwanzig Jahren in der Rollenspielszene relativ nebensächlich existierte und sich dann allmählich als Mainstream etablierte. Sicherlich begünstigt durch Propagierung aus ganz anderen Bereichen als die des Hobbys Rollenspiel. Da wurden dann Bücher geschrieben, Filme gedreht, Vorträge gehalten, Blogartikel geschrieben, Forendiskussionen geführt usw.

Jedenfalls ist jetzt endlich raus, dass es sich bei dem 2012-Mem um - wie sollte es anders sein - eine geschickt angelegte Werbekampagne eines kleinen Rollenspielanbieters handelt. Seit zwanzig Jahren wird nicht nur die sechste Welt, sondern ebenfalls die fünfte Edition vorbereitet. Es folgt 2013 - das Jahr von Shadowrun. Und selbstverständlich wird alles nicht nur neuer, sondern besser und vieles einfacher, schneller und effizienter.

Welches Untergangsdatum wird als nächstes herausgekramt? Welche alte Prophezeiung entdeckt oder welche neue ausgesprochen? Wer erwirbt die Filmrechte dazu und wer macht das Videospiel?

Solange das die wesentlichen Fragen zum Weltuntergang bleiben, kann man sich getrost mit wichtigeren Dingen beschäftigen. Gemeinsam kochen und ein Spiel spielen, scheint mir sinnvoll.

Gute Erholung!

Sonntag, Dezember 23, 2012

[Wunsch ist Wunsch] Die Bibliothek der Harmonie - Zweites Fragment

Dieses zweite Fragment ergänzt, als eine Sammlung diverser Gedanken, die ersten Informationen zur Bibliothek der Harmonie und der Abenteuerhandlung. Es wird nicht das letzte Fragment bleiben. Veränderungen im Plot usw. sind nach Plausibilitätsprüfung nicht auszuschließen. Soll heißen, diese Fragmente sind gültig und Skizze.

Ergänzende Notizen

Mir (* das meint mich) fiel auf dem Weg nach Hause ein, dass der eigentliche Bibliothekar ein alter Drache ist, der in Ketten und dauernder Traumtrance gefangen gehalten wird.

Der automatische Schreiber ist eine Schülerin aus der dritten Schule der mystischen Schreiber, die wegen ihrer telepathischen Fähigkeiten ausgewählt wurde. Sie wird ebenfalls gefangen gehalten und muss gemäß ihrer Aufträge Wissen und Erkenntnisse aus dem Trancetraum des Drachen channeln.
Der alte Bibliothekar trägt das gesammelte Wissen der Bibliothek in sich. Die Schriftrollen, Bücher und anderen Medien sind teilweise vernichtet, geraubt, ausgeliehen und nicht zurückgebracht oder eingeschlossen in den vielen verschiedenen Ebenen des Drachenturms.

Der Drachenturm ist früher von unten betretbar gewesen. Ein kleines Portal gewährte den Wanderern Eintritt in das Atrium, eine luminiszierende Höhle mir Fischteichen. Ein enges Treppenhaus führte bist zu dem Holzgebäude auf dem Dach des Turmes, wo sich die Meister aufhielten und die Sterne beobachteten. Ein magischer Aufzug erlaubte es ohne Kraftaufwand den Turm zu erklimmen oder hinunterzufahren.

Zwei der Meister sahen darin jedoch Anzeichen einer Verweichlichung und führten drastische Veränderungen ein. U.a. überwältigten sie die beiden Bibliothekare, eröffneten zwei Schulen der mystischen Schreiber, zu denen bald eine dritte eröffnet wurde, mit einem Meister, der von den Machenschaften der anderen nichts wußte und verschlossen den Turm. Die Bibliothek der Harmonie war fortan nur kletternd zu erreichen. Oben angelangt fand man das Gebäude, teilweise verschlossen. Manche Bereiche sind nur den Meistern zugänglich

Die Bibliothekarin ist ebenfalls ein Drache, die in ihrer menschlichen Form gefangen gehalten wird (Fesselndes Armband). Sie darf das Gebäude der Bibliothek nicht verlassen. Sie besitzt den Index der Bibliothek mit sämtlichen gelisteten Büchern und Vermerken über Zustand, Signatur, Ort, Ausleihe usw. Fünf Priesterinnen sind in ihrem Gefolge, von denen jeweils nur eine in das Dorf hinunter darf, um Präsenz zu zeigen, die übrigen kümmern sich um die Bibliothekarin, verwalten das Haus und den Garten um das Gebäude.

Auf dem Drachenturm gibt es eine Quelle, die vom selben Zauber wie der Aufzug im Turm betrieben wird. Sie lässt Wasser sprudeln, das einen kleinen Teich im Garten befüllt und in einem sanften kleinen Wasserfall den Turm hinunterfällt. In bestimmten Lichtverhältnissen ist dieser Wasserfall zu entdecken. Wenn man den Turm außen hinaufsteigt wird man einen leichten Rinnsal bemerken, der aber zunächst nach Regenwasser scheint. Steht man am Fuße des Turms, kann man auf einer Seite einen Felsen entdecken, den der stetige Wasserfall leicht ausgehöhlt hat.

Die Auftraggeber im Gasthaus Zum Grunde der Treue sind von den Bibliothekaren beeinflusst.

Es geht im Wesentlichen darum, dass der Alte Bibliothekar erweckt wird und sich so aus seinen Fesseln befreien kann. Das kann bei der Vernichtung der Bibliothek geschehen. Das Studium diverser Fächer kann Hinweise auf den Verbleib des Bibliothekars und die Identität der Biliothekarin sowie der automatischen Schreiberin geben und das Interesse wecken, den Geschehnissen auf den Grund zu gehen.

Visionen beim Aufstieg oder Abstieg können alle Wanderer erhalten. Save vs. Spell: Bei Misserfolg erhält der Wanderer kurzen Einblick in das Trancebewusstsein des Alten Bibliothekars zu einem beliebigen Thema, mit großer Wahrscheinlichkeit jedoch ein Thema, das zur Zeit von der automatischen Schreiberin bearbeitet wird.

Der Meister der Ersten Schule ist ein Magier der 7. Stufe. Der Meister der Zweiten Schule ist Priester der 6. Stufe. Der Meister der Dritten Schule ist Magier der 5. Stufe und hat keine Ahnung von den Machenschaften der anderen. Er stieß vor zweiundzwanzig Jahren zu ihnen, nachdem er Visionen von der Bibliothek hatte. Er wurde von den beiden Meistern nach seiner Ankunft in Schlangenblau eingeladen, eine Schule zu gründen und Schüler auszubilden. Algunf heißt er und schickt am ehesten Schüler in die Welt hinaus. Einer von ihnen, Trom, wandert regelmäßig zum Gasthaus Zum Grund der Treue, um Neuigkeit in Erfahrung zu bringen oder ein Buch abzugeben, das in Auftrag gegeben wurde. Denn manche Gelehrten und Adlige geben nur eine Bestellung im Gasthaus ab, ohne sich selbst auf den Weg zum Stillen Wald zu machen.

Gelehrte, die sich tatsächlich selbst auf den Weg machen, werden von den Meistern eingeschmeichelt, umgarnt und mit einem besonderen Buch beschenkt, und anschließend auf den Rückweg geschickt, bevor sie merken, dass etwas nicht ganz geheuer ist.

Im Dorf herrscht ein reges Treiben, das die Stille im Wald überspielen soll.

Im Gasthaus Zum Grund der Treue weiß der Wirt und die Gefolgschaft zu berichten, dass der Wald seit vielen Jahren der Stille Wald genannt wird.

Der Stille Wald ist wirklich still. Die Vögel singen keine Lieder, die Tiere machen keinen Laut, selbst Insekten flüstern nur. Nur die Priesterinnen der Bibliothekarin können sich noch daran erinnern, wie lebendig der Wald vorher war, als die Drachen noch frei waren und der Turm offen stand.
Die übrigen Dorfbewohner sind allesamt danach angezogen worden. Von inneren Stimmen und Visionen, die sie nicht deuten können. Viele von ihnen wurden Mitglied einer der drei Schulen oder lernten in der Halle des Lernens, um danach weiterzuziehen. Selten erstieg einer von ihnen den Turm. Sie wurden von den Schulen abgelenkt.
Manche Schüler der ersten beiden Schulen, sind in das Geheimnis eingeweiht und trachten nach der Macht und Erkenntnis des Drachen und suchen Wege, wie sie in das totale Bewusstsein, den Schlüsselzauber der Erkenntnis und der Bibliothek gelangen können.
Bisher fanden die beiden Meister nur den Weg über die automatische Schreiberin, die als Einzige diese sonderbare Verbindung zum Alten Bibliothekaren aufrecht erhalten kann.

Die Bogen des Himmels sind eine Felsformation oberhalb einer weiten Schlucht, durch die der Pfad zum Stillen Wald führt.
Ganz selten sind Gestalten dort oben zu erkennen, denn tatsächlich existiert dort eine alte Festung und Schule, deren Schülerinnen und Schüler in völliger Abgeschiedenheit leben.

Die Kleinen Flüsse sind Teil einer Fluß- und Seenlandschaft, die sich aus Quellen und Flüssen des Berg- und Hügellandes um den Stillen Wald herum speist.

Dienstag, Dezember 18, 2012

The Hobbit - Unerwartete Reise ins Theater mit Videospielästhetik

Gleichvorneweg: mir hat der Film gefallen.

Gestern besuchte ich den Hobbit im Kino. Und hier ist ein erster Text zu meinen Eindrücken.

3D HFR Der Hobbit u.a. nach Peter Jackson

Tolkiens Hobbit las ich vor einigen Monaten noch in der deutschen Übersetzung und verfasste einen kleinen Artikel zu Kämpfen in Rollenspielen und Romanvorlagen. Dabei stellte ich fest, mit wie wenigen Details und Ausschmückungen Tolkien auskommt, um mir als Leser Grundlage für eine Phantasiereise zu schaffen und mit welchem Witz er List und Glück der seltsamen Zwergentruppe-plus-Halbling-plus-Zauberer beschrieb. Keine detaillierte Beschreibung von Scharmützeln oder überzeichneten Spezialangriffen der Zwerge. Überhaupt kämpfen sie mehr gegen Hunger und mit schlechter Laune als gegen Orks. In dem Artikel verwies ich darauf, dass der tatsächliche Kampf in Tolkiens Hobbit eher selten ist. Die Tötung Smaugs geschieht beispielsweise nur in der Nacherzählung und hat mit Zwergen, Elben und Hobbitsen nichts zu tun. Ich nehme an, dass Tolkien nicht deshalb so erzählte, weil er ein "Kinderbuch" im Sinne hatte. Aber das ist nicht Thema.

Peter Jackson, Fran Walsh, Philippa Boyens und Guillermo del Toro erzählten Tolkiens Hobbit nach und um. Die Art der Umerzählung ist beeinflusst von der Zielgruppe und dem Erzählkontext (Kino im 21. Jahrhundert), die beide von den Umerzählern berücksichtigt werden. Peter Jackson erzählt seinen Hobbit nicht als story of overly late initiation, sondern als Heldengeschichte, die sein gealterter Bilbo für seinen Neffen Frodo aufschreibt. Geschickterweise behauptet der gealterte Filmbilbo, dass er nun die Ereignisse schildern will, wie sie wirklich passierten - und legitimiert damit,  so mag es scheinen, die Umerzählung gegenüber Tolkiens "unvollständiger" Romanvorlage. Zumindest schafft es einen plausiblen Zusammenhang zwischen den Herr der Ringe-Filmen und der Hobbit-Trilogie.

Ein wesentlicher Unterschied wird zu Beginn der Reise deutlich: Bilbo Beutlin wird nicht, wie nach Tolkien, unfreiwillig in ein Abenteuer verstrickt. Er rennt den Zwergen aus eigenem Antrieb hinterher! Wobei nicht deutlich genug wird, was der gemütlichen Sofakartoffel diese plötzliche Entschlossenheit und Motivation gegeben hat.
Viel zu früh, meine ich, entdeckt er seine dreiste eigenwillige Seite und anstatt den Trollen aus Unvorsicht und Dummheit in die Taschen zu greifen und dann fast in der Suppe zu landen, klaut er Gandalf seinen Auftritt, indem er die Trolle in eine Diskussion verwickelt, nachdem die Blödewichte überdeutlich verraten hatten, dass sie bei Sonnenaufgang zu Stein würden. Die Imitation der Trollstimmen, die Gandalf im Buch als List anwandte fehlt. Das ist der filmischen Umerzählung geschuldet und führt zu einer anderen Charakterisierung der Hobbit-Figur. Ich bin nicht zufrieden damit.

Zwergenkrieger und Kesselflicker

Die Zwerge wirken wirkten auf mich wie eine Bikergruppe mit Herz aus Gold und Hang zu Softrockballaden im Wohnzimmer eines WDR4/HR4/usw.-Hörers, die miteinander entdecken werden, das ihnen eines besonders wichtig und gemeinsam ist: der Wunsch nach Heimat.

Der Rückblick auf die Geschichte des alten Königs unter dem Berg und die Ankunft des großen Smaug sind Einstieg in die Vorgeschichte, die Vertreibung der Zwerge aus ihrem Berg.

Recht bald wird deutlich wie sehr sich diese Zwerge von Tolkiens Erzählung unterscheiden: Sie schlachten und prügeln sich durch Orks wie Profigamer beim Speedrun durch ihr Lieblingsspiel. Haarsträubende Manöver, unglaubliches Timing und Gegner, die nur als Schwertfutter herhalten dürfen.

Musik, Lieder und Soundtrack

Die Musik, auch von Howard Shore komponiert, schien mir im Vergleich zum Herrn der Ringe etwas belanglos. Vielleicht war sie nur so geschickt in das Filmgeschehen eingeflochten, dass sie mir nicht bedeutsam auffiel. Ich achte bei einem nächsten Sehen und Hören genauer darauf.

Das Zwergenlied (zumindestens in der deutschen Fassung) fand ich langweilig und ohne diese Sehnsucht, die Tolkiens Verse beim Lesen suggerierten. Die Zwergenrockertruppe wirkte gesanglich etwas schwach. Vielleicht hätten sie doch, wie in Tolkiens Erzählung, ihre Instrumente mitbringen sollen: u.a. Klarinetten, Bratschen und Thorins Harfe. Der Räuberchor aus der Astrid Lindgren-Verfilmung ihrer Ronja Räubertochter war kraft- und stimmungsvoller.
Die Elben Bruchtals, die die Reisenden im Buch mit lustigen Spottliedern empfingen, sind im Film diese unendlich gelangweilt wirkenden Trekkies in Renaissance Fair-Look. Das letzte heimelige Haus Elronds wirkt ungastlich. Da ist keine große Halle mit Feuer und Gesang, keine Erholung für die Zwerge, nur ein befremdliches Auftauchen von Saruman und Galadriel und eine überzeichnete Feindschaft zwischen Zwergen und Elben, die für etwas Comedy herhalten muss.

Und das ständige Geblöke der Orks, allen voran des weißen Pseudo-Nemesis mit seiner eindimensionalen Persönlichkeit und dem obligatorischen Horrorfleischerhaken anstatt der Hand, ging mir bald ziemlich auf die Nerven.

3D HFR und die Effekte

Die 3D Effekte sind bei dem Film unaufdringlich, und das gefällt mir. Es ist vor allem die Illusion, mitten im Geschehen und neben den Figuren zu stehen, die einen besonderen Eindruck macht. Billige Schock-Effekte werden nicht ausgereizt. Allerdings fliegen mir auch zu wenige Schmetterlinge durch den Kinosaal. :)

Wenn man eine Ahnung haben möchte, wo Kino in der nächsten Zeit hingeht und welche Sehgewohnheiten man sich dazu aneignen muss, sollte man sich den Hobbit in 3D HFR ansehen.
Dass man sich zwischenzeitlich wie in einer Mischung aus Theater (bzw. bombastisch-szenischer Oper ohne Gesang), einer beliebigen Sitcom und einem zeitgenössischem Videospiel vorkommt, irritiert in der ersten halben Stunde. Danach setzt die suspension of disbelief ein und man genießt die kontrastreichen Aussenaufnahmen, Lichtspiele und Kamerafahrten, Verfolgungsjagden und plastischen Figuren.

3D HFR fordert nicht nur die Zuschauer, sondern vor allem Regisseure, Kameraleute, Lichttechniker, Tontechniker und nicht zuletzt die Schauspieler, die mit dem anderen Schauen arbeiten müssen.

Was stört?

Die Wartezeit auf den zweiten Teil.

Montag, Dezember 17, 2012

[Wunsch ist Wunsch] Die Bibliothek der Harmonie - Erstes Fragment

Wunsch ist Wunsch
(Fast) Erfüllt für Zornhau, der sich ein "klassisches Swords&Sorcery Abenteuer in einer aktiven Bibliothek" wünschte.

Aufgrund von ungünstigem Zeitmanage Weil der Bote, der die Kunde von diesem geheimnisvollen Ort überbrachte, auf mysteriöse Weise plötzlich verstarb, ist dies hier nur ein Fragment. Weitere Fragmente sollen zeitnah folgen. Möglicherweise kann ein befreundeter Nekromant noch etwas von dem Verstorbenen in Erfahrung bringen.

Die Bibliothek der Harmonie

Ein in Fels gehauener Gebirgspfad führt den wissensdurstigen Wanderer auf einer fast drei Wochen dauernden Reise entlang der Kleinen Flüsse, unter den Bogen des Himmels und hinein in das Gebirgsland des Stillen Waldes, dort wo auf einem Berg, der einem Turm gleich in den Himmel ragt und Drachenturm genannt wird, ein Gebäude aus Holz gebaut steht. Die Bibliothek der Harmonie. Der Pfad hinauf ist gefährlich, denn der Wanderer, der so weit gereist ist ohne seinen Weg zu verlieren, muss den Berg erklimmen. Rundherum sind schmale Stufen eingelassen, manche in den Fels gehauen, eiserne Handgriffe und abgegrifenes Seil bieten Halt, selten gewährt eine schmale Nische Platz für kurze Rast. Auf dem Kletterpfad gibt es zwei Lagerplätze, die Raum für vier Personen bieten und jeweils auf dem ersten und dem zweiten Drittel des Weges liegen.
Der Aufstieg dauert für die Kletterer etwa drei Tage. Man sagt, beim Aufstieg erhielten die Wanderer Visionen und würden nach ihrer Rückkehr die Welt mit anderen Sinnen betrachten.

Meta-Info

Der Text ist mit 0e-2e Spielen im Hinterkopf geschrieben. Werte für Kreaturen und NSCs werden nicht mit angegeben, aber aus den Beschreibungen kann der SL entsprechende Werte ableiten und für das gewählte System einsetzen bzw. auf jeweilige Standardfiguren zurückgreifen.

Kartenmaterial wird möglichst zeitnah nachgereicht.

Auf Namen auf irgendeiner Fantasiesprache habe ich bewußt verzichtet. Mir kam zuerst Mog-Thwai für die Bibliothek der Harmonie in den Sinn, davon sah ich dann allerdings ab, weil ich nicht für jeden Ort einen Fantasienamen erfinden wollte. Schlangenblau und Drachenturm sind genug, um die Vorstellung zu reizen, finde ich.

Das Abenteuer bzw. diese Mini-Sandbox ist gedacht für eine Gruppe von Abenteurern nahezu beliebiger Klassen und Stufen. Die Chance, bevorstehende Gefahren zu überleben, steigt möglicherweise mit dem Erfahrungslevel der Spielerfiguren, hängt aber im wesentlichen vom Witz der Spieler ab.

Was ist die Biblothek der Harmonie?

Bekannt ist, dass Schriftrollen und Bücher zu sämtlichen Wissensbereichen in der Bibliothek erhältlich sind. Abschriften werden auf Wunsch angefertigt und es können Schriften in Auftrag gegeben werden, die Erkenntnisse aus verschiedenen Quellen zusammentragen.

Sollten die Spielerfiguren sich auf den Weg zur Bibliothek der Harmonie machen, werden sie zu Wanderern. Für Pferde und ähnliche Lasttiere ist der Weg nicht passierbar.

Ein großes Gasthaus befindet sich am Hang eines Tales, in dem der Beginn des langen Pfades hin zum Stillen Wald liegt. Das Gasthaus Zum Grund der Treue beherbergt bis zu einhundertvierzig Wanderer, samt Pferden, die auf den Koppeln und in den Ställen im Tal untergebracht werden.
Im Gasthaus werden die Spielerfiguren auf einen Auftraggeber treffen. Vielleicht sind sie schon mit einem Auftrag oder besonderer Neugier im Gasthaus eingetroffen, jedenfalls wird ihnen ein weiteres Angebot gemacht, das reichlich belohnt werden soll.

Aufträge
d8
  1. Infiltration einer der drei Schulen der mystischen Schreiber, um die Geheimnisse der Meister zu erfahren.
  2. Auffinden des alten Bibliothekars bzw. Klärung seines Schicksals.
  3. Das Geheimnis der Bibliothekarin und ihrer Priesterinnen lüften.
  4. Studium der Unterrichtskunde
  5. Diebstahl des Indexes (Listung sämtlicher auch geheimer Werke der Bibliothek)
  6. Ein Buch in Auftrag geben lassen (z.B. "Über die Liebeskunst" für irgendeine Fürstin.)
  7. Vernichtung der Bibliothek
  8. Harmonie finden
*

Schlangenblau

Am Fuße des Berges befindet sich ein Dorf, das Schlangenblau genannt wird. Es sitzt auf einem Hügel, der aus dem Stillen Wald ragt und einen feine Aussicht erlaubt. Drumherum fließt ein Fluß, der sich einen langen Weg bis zur Versammlung der Kleinen Flüsse bahnt. Mehrere Seen im Umkreis werden für die Fischzucht verwendet.
Es gibt ein Gasthaus für Wanderer, die auf dem Weg zur Bibliothek sind, die übrigen Dorfbewohner, die ebenfalls Wanderer aus teils weit entfernten Gebieten sind, gehen ihrer Tagesarbeit nach (Jäger, Waldarbeiter, Köche, Musiker usw.), sind teilweise spezialisiert und selbst die Geringsten unter ihnen sind wahre Experten auf ihrem Gebiete. Es gibt wenige Familien, da viele Dorfbewohner, nachdem sie für sich genug gelernt haben, wieder hinaus in die Welt ziehen, um dort eine Heimat zu finden.
Nicht alle Dorfbewohner, haben den Aufstieg und Abstieg zur Bibliothek hinter sich. Viele studieren in der Dorfschule. Sie ist am Rande des Dorfes, an einem See gelegen und dient als Haus des Lernens. Dort wird in verschiedenen Räumen und Werkstätten Unterricht abgehalten.
Spielerfiguren können dort Fertigkeiten lernen oder verbessern (z.B. Secondary Skills)
Da sie in der Atmosphäre des Waldes gänzlich neue Eindrücke sammeln, sind sie offen für viele Wissensgebiete und lernen innerhalb eine Woche Grundkenntnisse in einem der folgenden Bereiche, die bei längerem Aufenthalt zu fortgeschrittenen Kenntnissen erweitert werden können.

Fertigkeiten
1d12
  1. Fischzucht
  2. Musik (Gesang)
  3. Jagd
  4. Schnitzkunst und Hüttenbau
  5. Kochkunst und Teekunst (Kräutertränke)
  6. Pflanzenzucht und Geheimnisse der Erde
  7. Bewegungskunst (Tanz) und Heilung
  8. Unterrichten
  9. Liebeskunst
  10. Sprache des Stillen Waldes
  11. Rechenkunst
  12. Schreibkunst (Lyrik und Erzählung)

Im Dorf kann Tauschhandel betrieben werden. Unterkunft und Kost sind für die Wanderer frei. Es wird als Gegenleistung erwartet, dass sie sich aktiv am Dorfleben (z.B. in den Küchen) beteiligen und von ihren Reisen berichten und von ihrem Wissen weitergeben.

Die mystischen Schreiber

Im Dorf sind drei Schulen von mystischen Schreibern ansässig, die jeweils einen Meister haben. Die Die Drei Meister der Schrift bilden den Dorfrat und sprechen Recht.

Drachenturm

Der Aufstieg zur Bibliothek dauert in etwa drei Tage. Es dürfen nur kleine Gruppen von höchstens fünf Personen gleichzeitig hinaufgelassen. Sofern eine Gruppe von Wanderern in der Bibliothek verweilt, wird keine andere Gruppe hinaufgelassen, bis die vorherige hinabgestiegen gekommen ist.