Mittwoch, März 14, 2012

Immernoch am Zaubern

Der Spielmeister und die Finsternis. (ald, März 2012)
Wacom Bamboo und Inkscape.

Schatten des Unbewussten

Es ist schon lange her, dass ein sinnvoller Beitrag zu diesem Blog verfasst wurde. Neben wenigen Update-Ankündigungen zur Vaporware-Version meiner "Hausregeln für Rollenspielsysteme" (derzeit AD&D 2nd Edition und SAGA-System, wobei zu jenem noch garnichts veröffentlicht ...) nur hier und dort eine Kleinigkeit.

Ich will nur schreiben, dass das Thema Rollenspiel, die Hausregeln und angrenzende Themen wie Literatur, Theater, Kunst, Musik, Gruppenleitung, Pädagogik, Didaktik und allerlei anderes mich ständig begleiten.

Es gibt eine rege Bloggerszene um und über Rollenspielsysteme (z.B. Dungeon's Master, More Than Dice u.a.). Die verfolge ich nur am Rande, da mich die wenigsten Themen daran interessieren. Insbesondere die Diskussionen um Spielsysteme, Neuerungen usw. Mir scheint dort geht vieles in ähnliche Richtungen wie in Gitarrenforen. Man sammelt Quellenbücher oder Gitarrenequipment und redet darüber. Ich sammelte früher selbst Regelwerke auf der Suche nach dem perfekten System, so wie manche Gitarrenspieler auf der Suche nach dem perfekten Instrument und Equipment-Set sind. Ich habe für mich die Erkenntnis gewonnen, dass ich etwas ganz anderes suchte und nur glaubte, es hätte mit Rollenspielregelwerken oder Gitarrenequipment zu tun.

Von den vielen Projekten, die als Notizen, Entwürfe, halbfertig oder nur gesponnen um mich herumgeistern, haben die Hausregeln einen besonderen Stellenwert, wenngleich ich mich selten darum kümmerte. Vielleicht weil die Dringlichkeit nie besonders groß war. Mir war klar, dass es sich um ein quasi-akademisches Liebhaberprojekt handelt, das ich aus meiner Sicht als Rollenspielmeister, als Pädagoge und Anglist bearbeite und ich die eigenen Ansprüche, eine fachwissenschaftliche Arbeit über Narration im Rollenspiel und die Bedeutung des Regelsystem und diverser Hausregeln zu schreiben, nicht erfüllen kann, solange mich andere Dinge davon abhalten, die eben dringlicher sind.

Wer ist an einer solchen Arbeit interessiert? (Außer mir?) Soweit meine bisherigen Studienerfahrungen und Begegnungen mit Pädagogen reichen, ist das Thema Rollenspiel eine Randnotiz. Hin und wieder kommt es zu kleinen Gruppenarbeiten, nur wird das Potential eines Rollenspiels nicht erörtert, die vielen Anwendungsbereiche nicht erforscht. Über die Narration im Rollenspiel, insbesondere die narrative Improvisation, konnte ich bisher in den Literaturwissenschaften nichts nennenswertes finden.
Mag sein, dass ich erneut suchen sollte. Das klingt verlockend. Nur braucht man bei einer solchen Reise, wie bei allen Abenteuern, Weggefährten. Manchmal einen Auftraggeber.

Ich wandle derweil in den Schatten und suche auf eigene Faust, um die Hausregeln zu vollenden.